Adventgemeinde Lahr

„Meister, was muss ich Gutes tun, um ewiges Leben zu haben?“

   Diese Frage aus Matthäus 19,16 stellte der reiche Jüngling Jesus. Man kann nicht genau sagen, ob er ihm diese Frage stellte, weil er ernsthaft befürchtete Gottes Gebote noch nicht ausreichend beachtet zu haben und dadurch am ewigen Leben vorbeizutriften, oder ob es etwa das Bedürfnis der Selbstbestätigung war; was er für ein guter Christ sei? Wie dem auch sei – der junge Mann lebte in der Vorstellung, sich durch das sorgfältige Halten der göttlichen Gebote das ewige Leben verdienen zu können.

Jesus antwortete ihm tatsächlich in diesem Sinne: „Halte die Gebote“. Der Jüngling: „Welche?“ Jesus: „Du sollst nicht töten, nicht ehebrechen, nicht stehlen, kein falsch Zeugnis reden; ehre Vater und Mutter und du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“. Mit dieser Antwort steuerte Jesus das eigentliche Problem des Jünglings an. Doch der schien es noch nicht erkannt zu haben, denn er wischte sie mit den Worten von Tisch: „Das habe ich alles gehalten von meiner Jugend auf; was fehlt mir noch?“ Wenn er auch glaubte, durch das Halten der Gebote das ewige Leben sich verdienen zu können, merkte er doch intuitiv, dass das nicht alles gewesen sein kann.

   Jetzt kommt Jesus zu der wahren Antwort, die 

Wir brauchen Menschen voll Kraft und Mut,

Menschen, geläutert in heiliger Glut,

Trutzig, groß wie Helden in Kampf und Streit,

Still und geduldig in Not und Leid.

 

Wir brauchen Menschen wie Bergluft klar,

die bis ins Innerste treu und wahr;

Menschen, in deren Augen das Licht

des offenen Himmels sich strahlend bricht.

 

Wir brauchen Menschen, 

Schön sind die Augen, die vor Freude leuchten
im Blick auf des Nächsten wohlergeh´n,
und die sich mit des Mitleids Tränen feuchten,
wenn sie im Schmerz den Nächsten weinen seh´n .

Schön sind die Wangen, die vor Scham sich röten,
bei allem, was nicht edel, wahr und rein;
bei allem, was die zarte Unschuld töten
und einer Sache kann zum Schaden sein.

Dies sind Sprüche von Salomo. Sie lehren Weisheit und Erziehung, um gute Bildung zu erlangen, und zu leben, wie es Gott gefällt. Unerfahrenen geben sie Klugheit, jungen Menschen Wissen und Umsicht. Der Kluge hört zu und mehrt seine Kenntnis und der Erfahrene lernt Führungskunst.

    Wenn du meine Worte annimmst und meine Gebote bei dir verwahrst, wenn du sie suchst wie Silber und Gold, dann wirst du die Ehrfurcht begreifen,  die man vor Gott haben muss, und wirst anfangen, Gott zu erkennen. Denn er gibt Weisheit,  von ihm kommt Kenntnis und Verstand. Den Aufrichtigen hält er Hilfe bereit. Um die Wege des Rechts zu bewahren,  behütet er die, die ihm treu sind. Dann wirst du verstehen, was Recht und Gerechtigkeit ist. Denn Weisheit wird in dein Herz einziehen  und Erkenntnis beglückt deine Seele. Das wird dich retten vom Bösen und von denen, die auf finsteren Abwegen sind.

Gott sprach zu Jesaja: "Glaubst du wirklich, dass ich Freude daran habe, wenn meine Kinder beim Fasten  Hunger schieben, den Kopf hängen lassen und in der Asche liegen? Ich bin doch der, der ihnen Fürsorge garantiert! Nein, nein! Fasten, wie ich es meine heißt dem Hungrigen von deinem Brot abzugeben, dem in Unrecht Gefangenen helfen freizukommen, den in dein Haus aufzunehmen, der keine Wohnung findet oder dem der friert warme Kleider zu geben. Wenn du das tust, dann arbeitest du mit mir zusammen und das werden dann alle sehen, gerade so als wenn ein neuer Morgen anbricht und es hell wird. Und vor allem, dann werden auch deine Wehwehchen heilen, weil du dich nicht mehr immer nur um dich drehst, was Gift für deine Seele ist. Du zeigst dann nicht mehr mit dem Finger auf andere und verleumdest niemand mehr; das wird dir gut tun!" - Aber das sagte Gott nicht nur zu Jesaja!  Jes.58,5-9