Adventgemeinde Lahr

USA: Kunstausstellung „Instabile Konstruktionen“ an adventistischer Universität

England: Internationales adventistisches Malbuch für Erwachsene

ADRA Deutschland schickt über 34.500 Weihnachtspakete nach Osteuropa

Liberia: Präsidentin weiht adventistische Einrichtung ein

„In 40 Tagen zu Gott“ - TV-Gottesdienst der Adventisten in Deutschland

Evangelischer Militärbischof in Deutschland kritisiert Frührekrutierung Jugendlicher

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ÖRK: Zukunft Jerusalems muss eine gemeinsame sein

Hilfswerk Open Doors stellt „Weltverfolgungsindex 2018“ vor

Weltkirchenrat vor 70 Jahren gegründet

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Adventgemeinde Zürich-City mit neuem Pastor

Deutschland: Orthodoxe Bischöfe schreiben Brief an die Jugend zu Liebe – Sexualität – Ehe

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Deutschland: Adventistische Hochschule mit Studierenden aus 31 Ländern

Kolumbien: Adventistischer Theologe ermutigt zu „inklusiver Gesellschaft“

Recht auf Glaubenswechsel - „Nagelprobe der Religionsfreiheit“

Neuer Pastoralassistent für die Adventgemeinden im Bezirk Bern

808.172 Unterschriften zum Schutz von Christen in Syrien und im Irak

"Ökumenische Konsultation christlicher Kirchen in Italien" gebildet

Adventgemeinde Reigoldswil und Bezirk Basel mit neuem Pastor

Adventisten in Südamerika äussern sich zur Todesstrafe

Deutschland: Schüler lernen mit PC und Internet überwiegend zu Hause

Neuer Pastor für die Adventgemeinde Lenzburg (Hunzenschwil)

Eine freie Kirche in einer freien Gesellschaft

Kalifornien: Adventistische Klinik feiert 50 Jahre Organtransplantation

Sucht Schweiz: Tabakproduktegesetz ist Jugendschutz „Ultra-Light“

Adventisten zum Sklavenhandel in Libyen: „Grausame Verletzung grundlegender Menschenrechte"

Schweizer Bischöfe: Annahme der No-Billag-Initiative schadet nationalem Zusammenhalt

Wechsel in der Leitung der Adventisten in Deutschland

ADRA Schweiz schickt 3.355 Weihnachtspakete nach Moldawien

Politisches Engagement lohnt sich für christliche Jugendverbände

Adventisten in Deutschland arbeiten ehrenamtlich in 57 Integrationsprojekten

Religionsfreiheit ein zentrales Menschenrecht - Zur Situation der Christen in Nigeria

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Religionsfreiheit schützt nicht nur die Rechte der Frommen

Schweden: Spatenstich für neues TV-Studio

Brasilien: adventistische Filme ausgezeichnet

Albanien: Adventisten weihen Gottesdiensträumlichkeit in Tirana ein

Wieviel Polarisierung verträgt ein Land?

Adventisten im Nahen Osten verurteilen Terroranschlag im Sinai

Chur: Gender-Mainstreaming-Kritikerin verfasst "Bischofswort"

Mexiko: Auszeichnung für adventistische Universität

Weltkirchenrat verurteilt Attacke auf Moschee in Ägypten

Kasachstan: Adventistischer Pastor angeklagt und freigesprochen

Facebook verliert bei Jugendlichen an Bedeutung

Hilfsorganisationen fordern sofortige Aufhebung der Blockade im Jemen

Ruanda: Adventisten für gesellschaftliches Engagement gewürdigt

ADRA bereitet Hilfe für Erdbebenopfer im Grenzgebiet Irak/Iran vor

Immer noch Probleme für Kriegsdienstverweigerer in Europa

Jamaika: blinder Senator erhält Doktortitel

„Allein durch Gnade“ - Gebetswoche der Adventisten

Kongress „Christenverfolgung heute“

„Making Technology Creative“ – 6. MEDIA-DAY der Adventisten

ADRA Europa mit 29 Büros in 32 Ländern

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25 Jahre Hilfswerk ADRA Österreich

Film „Tell the World“: deutschsprachige TV-Premiere - Über die Anfänge der Siebenten-Tags-Adventisten

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Somalia: Nothilfe von Glückskette und ADRA für 3.600 Hungernde

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Ökumenischer Studientag: „Hoffnung auf ewiges Leben?“

Deutsche Post: Weihnachtsmarke 2017: „Vom Himmel hoch“

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500 Jahre danach - Christen plakatieren im Stile Luthers

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120 Jahre Advent-Wohlfahrtswerk in Deutschland

Brüssel: Adventistischer Kirchenleiter spricht im EU-Parlament

Frankreich: Festival für Religionsfreiheit der Adventisten

Honduras: mit der Bibel gegen Gewalt

Verleihung des Augsburger Friedenspreises an Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes

Vereinbarung zwischen Theologischer Hochschule und Religionspädagogischem Institut der Adventisten

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„Ich weiss, dass mein Erlöser lebt“ - Trauerfeier für adventistischen Theologen und Altrektor Johann Gerhardt

USA: 1,4 Millionen Dollar für Forschung zur Tabakregulierung in Ostasien

USA: Andrews Universität feiert 50 Jahre Ausgrabungen in Jordanien

Lutherbibel 2017 weiter kostenlos als App

Starker US-Dollar und Projektspenden beeinflussen Finanzlage der adventistischen Weltkirchenleitung

Brasilien: 55 Häftlinge treten im Gefängnis den Adventisten bei

Evangelische Freikirchen als weltweite Friedensstifter

Adventisten: Dokument zum Schlichtungsverfahren kirchlicher Angelegenheiten soll überarbeitet werden

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Deutschland: Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden wählt Vorstand

Vanuatu: Vulkan zwingt zur Evakuierung

Trotz Herausforderungen - weltweites Mitgliederwachstum bei den Adventisten

Jahressitzung der adventistischen Weltkirche beginnt mit Fokus auf Weltmission

ADRA Deutschland legt Jahresbericht 2016 vor

Dominica: Hurrikan zerstörte 29 adventistische Kirchen und vier Schulen

Adventistika weltweit recherchierbar

40 Jahre Arbeitskreis für evangelikale Theologie

Massaker in Las Vegas: Adventisten trauern und beten

30 Jahre ADRA Deutschland

Deutsche Evangelische Allianz beschliesst Leitgedanken zu Ehe und Homosexualität

Schweiz: Siebenten-Tags-Adventisten mit neuer Kirchenleitung

Rentenalter: ein Wendepunkt – auch in Sachen Alkohol

„Religions-, Gewissens- und Meinungsfreiheit als Herz unserer Demokratie“

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Flucht, Migration und christlicher Dienst - Handreichung der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten veröffentlicht

Neuer Präsident für Adventisten in Nordasien-Pazifik-Region

Schulterschluss in der Schweizer Zivilgesellschaft für UNO-Agenda 2030

USA: Studentin der Andrews Universität erhielt Nominierung für Nachwuchs-Oscar

Deutschland - Bundestagswahl: CDU in Friedensau deutlich vorne

Wechsel in der Redaktion der methodistischen Kirchenzeitung „unterwegs“

ADRA Schweiz schenkt seit 30 Jahren Menschen wieder Hoffnung

USA: Adventistische Universität in Uni-Gruppe mit grösster ethnischer Vielfalt

Australien: Schüler auf adventistischen Schulen sind seltener übergewichtig

Tagung zur Theologie des Koran

Mexiko: Vier Adventisten bei Erdbeben getötet

Mitgliederversammlung der ACK Deutschland in Trier

Brasilien: Neues medizinisches Einsatzboot für Amazonas-Gebiet

Glaubensfreiheit der Kinder nicht einschränken

Dachverband Freikirchen Schweiz arbeitet in der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen mit

Hurrikan „Irma“: Adventisten beklagen Verwüstungen in der Karibik

Texas: Adventisten leisten Hilfe nach Hurrikan „Harvey“

Mexiko: Jahrhundertbeben beschädigt adventistisches Verwaltungsgebäude und Schulen

Kenia: Adventistischer Richter annulliert Präsidentschaftswahlen

Andachten per Telefon

Das Lukas-Evangelium auf Deutsch und Dari

Christen in der Schweiz vereint im Anlass „Ein Gebet voraus“

„So weit Himmel und Erde ist“ - Ökumenischer Tag der Schöpfung in Lübeck/Deutschland

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Experten fordern Religionsfreiheit auch für Geflüchtete

Deutsche Adventisten spenden 54 Millionen Euro

"Hope" Hörbücherei im Zentralkatalog von Medibus e.V.

Hongkong: 3D-Druck des ungeborenen Fötus in adventistischer Klinik

Weltkongress zur Religionsfreiheit: „Hoffnung für ein friedliches Zusammenleben“

„present“ – neues christliches Magazin

Adventistische Kirchenleiter in Europa reagieren mit Betroffenheit auf Anschläge

Nordamerikanische Adventisten besorgt über Gewalt in Charlottesville

ADRA unterstützt Kliniken im Jemen

Kanada: Amphibienflugzeug für Missions-Einsatz in Nord-Ontario

Kongress der adventistischen IT- und Kommunikationsfachleute

„Ehe für alle?“ - Trotz Enttäuschung, Abrutschen ins Wutbürgertum keine Alternative

Kirchenleitung der Adventisten in Nordamerika neu in Columbia/MD

Australien: Neues Krebszentrum in adventistischem Krankenhaus

Weltrekordversuch für Nagel-Mosaik eines "Portraits" von Jesus

Sucht Schweiz: Alkoholbedingtes Krebsrisiko weiterhin wenig bekannt

Adventistische Kirchenleiter in Deutschland zur „Ehe für alle“

Kauder: Christenverfolgung mit neuer Qualität - Kauder fordert einen Beauftragten für Religionsfreiheit

Medien: Update der Hope Channel-App - Adventistischer Fernsehsender auf Smartphones und Tablets

4.000 Jugendliche am Kongress der Adventjugend in Spanien erwartet

ADRA Grossbritannien gibt 306.000 Menschen Trinkwasser in Sri Lanka

Entwurf eines „Katechismus der Russisch-Orthodoxen Kirche“

Zahl der Christen in Deutschland weiter rückläufig

Somalia: ADRA Schweiz und Glückskette versorgen hungernde Familien

Adventistischer Universitäts-Chor zum „Choir of the World“ ernannt

Prof. Heiner Bielefeldt im Hope Channel zur Rolle der Religionsfreiheit

„Untergrundgemeinden gibt es in Nordkorea nicht“

Rumänien: Ehrendoktor für adventistischen Weltkirchenleiter

US-Regierungskommission für Religionsfreiheit verurteilt Verbot der Jehovas Zeugen in Russland

„Ad fontes – Die Reformatoren“ - Neuer Glaubenskurs beim Hope Bibelstudien-Institut

Portugal: ADRA hilft nach Waldbränden

USA: Andrews Universität beruft Vizepräsidenten für Vielfalt und Inklusion

Russland: Verlag der Adventisten feiert 25-jähriges Bestehen

Berichte des UN-Sonderberichterstatters für Religionsfreiheit veröffentlicht

USA: Adventistische Kliniken verwenden kleinsten Herzschrittmacher

Adventistische Klinik in Gland/VD eröffnet medizinisches und therapeutisches Zentrum

„Auf dem Weg des Buches“ - Neue Dokumentationsserie auf dem Hope Channel

Adventistischer Weltkirchenleiter auf den Spuren Martin Luthers

Österreich: Adventisten bieten staatlich anerkannte Lehrerausbildung an

Türkei: Vorläufiger Rückzieher bei der Konfiskation von 50 Kirchen und Klöstern

ADRA-Kooperation mit Grundfos, führender Pumpenhersteller

Weiteres Reli-Material der Adventisten - Luther inklusive

Verbreitung von digitalen Bibeln nimmt zu

Hoffnung für Vertriebene im Südsudan

USA: Dokumentation über Adventisten in „Operation Whitecoat“

Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen setzt sich für freikirchliche Jugendverbände ein

1.400 Kinder skandieren vor Bundeshaus: #wirsindauchJugendundSport

Adventistische Kirchenleitung in Kalifornien ordiniert Pastorin

Siebenten-Tags-Adventisten und Frauenordination - Dokumentation und Kommentar

ADRA-Geschäftsführer neuer Vorstandsvorsitzender von "Gemeinsam für Afrika"

Christliche Jungendverbände treten auf BASPO-Vorschlag ein

Die christliche Taufe im Wandel der Jahrtausende - Geschichte und Grundlagen der biblischen Taufe

34.968 Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland

Adventistische Pastoren generieren bei Sponsoringevent über Fr. 21’000 für Hilfsprojekte in der Schweiz

Fribos Reformationsgeschichte jetzt auch auf Bibel TV

Rumänien: ADRA erhält ersten Preis für Flüchtlingsarbeit

Papua-Neuguinea: veränderter Wahlablauf wegen Adventisten

Justin Welby: „Ohne Evangelisation ist die Kirche nur eine NGO"

Adventisten beim Präventionskongress in Hannover

„Abend der Apostasie“ - Abwendung von Religionszugehörigkeit

Russland: Adventist Mitglied in staatlichem Beratungsgremium

„Komm, Heiliger Geist!“ – ökumenische Studientage an der Uni Freiburg

Bern: „500 Jahre Reformation“ mit nationalem Festgottesdienst gefeiert

"inforel" Basel: 30 Jahre Internet-Plattform für Information über Religionen

Kasachstan: Adventistischer Gewissensgefangener im Oktober frei

Grosser Andrang zu den ADRA-Freiwilligenwochen in der Schweiz

Jugendportal Handysektor informiert über „Sexting“

Brahms-Preis für schwedischen Dirigenten Herbert Blomstedt

Deutschland: Zahl minderjähriger Soldaten und Soldatinnen steigt

Zehn Jahre Bibellexikon „WiBiLex“

J+S-Förderung der christlichen Jugendarbeit: Lösung liegt auf dem Tisch

News der Freikirche

Eine freie Kirche in einer freien Gesellschaft

Eine freie Kirche in einer freien Gesellschaft

Berlin/Deutschland, 11.12.2017 / APD

Um freikirchliche Perspektiven zum Verhältnis von Kirche und Staat ging es bei einer internationalen Tagung am 6. und 7. Dezember in Berlin. Die Veranstaltung wurde vom Berliner Institut für vergleichende Staat-Kirche-Forschung in Kooperation mit der Theologischen Hochschule Elstal des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden durchgeführt.

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© Foto: Holger Teubert/APD Deutschland

Dass Kirche und Staat getrennt sein sollen, hat eine lange Tradition, die bis in das 16. Jahrhundert zurückreicht. Bereits die Täufer der Reformationszeit forderten Glaubensfreiheit und bildeten staatsunabhängige Untergrundkirchen. Auch in Polen und England erhoben Vertreter der „Radikalen Reformation“ als Konsequenz ihres Verständnisses der christlichen Lehre die Forderung nach uneingeschränkter Religionsfreiheit für alle Menschen und nach einer religiös neutralen Staatsordnung. Die Tagung spannte einen Bogen von den theologischen und historischen Ursprüngen des freikirchlichen Verständnisses der Trennung von Staat und Kirche bis hin zu Gegenwartsfragen im Kontext einer religiös pluralistischen, freiheitlichen Gesellschaft.

Wiederherstellung der Kirche nach neutestamentlichem VorbildPrivatdozentin Dr. Astrid von Schlachta, Universität Regensburg und 1. Vorsitzende des Mennonitischen Geschichtsvereins, beleuchtete das Thema aus Sicht der Täufer des 16. Jahrhunderts. Sie stellte fest, dass es im 16. Jahrhundert weder eine freie Gesellschaft noch eine freie Kirche gab. Auch seien die Täufer keine homogene Gruppe gewesen. Durch die Bekenntnistaufe hätten sie sich von den bisherigen Reformatoren, aber auch von der alten Kirche abgegrenzt. Durch Verweigerung des Eides und des Kriegsdienstes wären sie aber auch im Gegensatz zur weltlichen Obrigkeit gestanden. Ihnen sei es um die Wiederherstellung der wahren Kirche nach neutestamentlichem Vorbild gegangen. Diese Kirche sollte unabhängig von staatlicher Beeinflussung sein. Das Verhältnis zum Staat sei in den einzelnen Täuferkreisen unterschiedlich gewesen. Die Palette der Möglichkeiten reichte von totaler Verweigerung von Steuer, Kriegsdienst und Eid über eine teilweise Akzeptanz der „Untertanenpflichten“ bis hin zur Annahme eines staatlichen Amtes.

Der Staat soll säkular seinDr. Sascha Salatowsky, Forschungsbibliothek Gotha, befasste sich mit den Polnischen Brüdern und den Sozinianern. Der Sozinianismus war eine rationalistische Strömung innerhalb der Theologie und Philosophie des 16. bis 18. Jahrhunderts und gehört zu den Impulsgebern der europäischen Aufklärung. Die Strömung ist nach dem italienischen Antitrinitarier Lelio Sozzini und seinem Neffen Fausto Sozzini benannt. Das Zentrum des Sozinianismus war die polnische Stadt Raków, wo sich die „Polnischen Brüder“ 1564 von der Reformierten Kirche in Polen abgespalten hatten. Wie schon die Täufer vor ihnen verurteilten auch sie den Krieg und lehnten den Kriegsdienst ab. Da sie von der Gleichheit aller Menschen überzeugt waren, wandten sie sich auch gegen die Feudalhierarchie. Ausgehend von der Überzeugung, dass die Bibel die alleinige Quelle der Lehre sei und als Wort Gottes nichts enthalten könne, was der Vernunft widerspricht, lehnten die Sozinianer die kirchliche Lehre von der Trinität, der Inkarnation und den Sakramenten ab. In der Kirche der Brüder habe es ständig Diskussionen über das Verhältnis von Kirche und Staat gegeben. Dort sei die Auffassung vertreten worden, dass der Staat säkular sein müsse, um allen Konfessionen ihre Freiheit zu bieten.

Gewissen als NaturrechtDie englische Reformation war eine staatlich Massnahme, indem sich König Heinrich VIII. 1534 von Rom trennte und die Anglikanische Staatskirche mit ihm als Oberhaupt gründete, so Professor Dr. John Coffey, University of Leicester/Grossbritannien. Die Bischöfe wurden von den Monarchen ernannt und die Kirche war dem Staat rechenschaftspflichtig. Die Kirche von England habe daher nahezu die gesamte Bevölkerung umfasst. Gegen die Staatskirche protestierte als einer der ersten Thomas Helwys, der 1612 die erste Baptistengemeinde Englands in London gründete. Radikale, puritanische Dissenter (Abweichler) formulierten im 17. Jahrhundert den Satz „Die Freiheit des Gewissens ist ein Naturrecht“, sodass es nicht im Ermessen des Staates läge Duldung zu gewähren. Sie forderten „Glaubensfreiheit“ sowie die Trennung von Kirche und Staat. Doch dies sei die Auffassung einer Minderheit gewesen. Die „Uniformitätsakte“ von 1662 habe der gesamten Nation abermals mit den Anglikanern eine einzige, autorisierte Kirche aufgezwungen.

Betonung der MenschenwürdeProfessor Dr. Gerhard Lindemann, Technische Universität Dresden, befasste sich mit dem Dissentertum und dem Liberalismus im England des 19. Jahrhunderts. Als Dissenter wurden die protestantischen „Nonkonformisten“ bezeichnet, die sich im Laufe der Kirchenreformen des 16. bis 18. Jahrhunderts von der Anglikanischen Kirche trennten und eigene Glaubensgemeinschaften bildeten. So entstand der Kongregationalismus, der von der Unabhängigkeit und Entscheidungsgewalt der einzelnen Kirchengemeinde ausgeht und forderte, dass der Staat so wenig wie möglich in die religiösen Belange der Bürger eingreifen solle. Die Quäker, die Religiöse Gesellschaft der Freunde, setzten sich für die Würde aller Menschen ein, sodass es in England zu einem Bündnis von Christen, Politikern, Schriftstellern und Journalisten kam und das Parlament schliesslich 1833 die Aufhebung der Sklaverei im britischen Kolonialreich beschloss. Es gab auch Kampagnen für die Trennung von Kirche und Staat, sodass ab 1828 die Nonkonformisten auch politische Ämter bekleiden durften und damit den Anglikanern rechtlich gleichgestellt wurden.1829 erfolgte für die Katholiken die Aufhebung aller rechtlichen Beschränkungen.

Unpolitische Freikirchen in DeutschlandÜber die Freikirchen im Deutschland des 19. Jahrhunderts sprach Dr. Thomas Hahn-Bruckart, Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Freikirchen seien in dem konfessionell geprägten Deutschland geduldet worden, wenn sie nicht als staatgefährdend galten oder wenn sie sogar wirtschaftliche Vorteile brachten, wie etwa die Hugenotten. Im 19. Jahrhundert kamen neben der Herrnhuter Brüdergemeine und den Mennoniten weitere Freikirchen dazu. Hahn-Bruckart schilderte die Entstehung der Baptisten (erste Gemeinde 1834 in Hamburg), der Methodisten (seit 1831 in Württemberg) und der Freien evangelischen Gemeinde (1854 in Wuppertal-Elberfeld). Diese hätten durch die Staatskirchen Repressionen erlitten und versucht, sich an die staatlichen Gegebenheiten anzupassen, indem sie ihre Staatstreue betonten und sich unpolitisch verhielten.

Freikirchen loyal zum NS-StaatUm Freikirchen im Nationalsozialismus ging es im Vortrag von Dr. Andreas Liese, Institut für Baptismusstudien der Theologischen Hochschule Elstal. Er hatte dabei die 1926 in Leipzig gegründete Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) im Blick zu der damals die Baptisten, Methodisten und die Freie evangelische Gemeinde gehörten. Auch in der Weimarer Republik seien die Freikirchen, trotz Religionsfreiheit, ausgegrenzt und als Sekte bezeichnet worden. Die VEF blieb zur damaligen Regierung auf Distanz. Sie beklagte unter anderem einen Verfall der Sitten und dass auch Gottlosen Rechte eingeräumt würden. Trotz gewisser Vorbehalte habe es dagegen positive Äusserungen zum NS-Staat gegeben, da ein Christ der Obrigkeit untertan sein solle. Gelobt worden seien das von der Regierung propagierte „positive Christentum“ und der Kampf gegen „Schund und Schmutz“. Die VEF zeigte sich dankbar für die neue Regierung, denn es habe die Gefahr bestanden, dass sonst die Kommunisten die Macht ergriffen hätten und mit ähnlichen Verhältnissen wie in der Sowjetunion, einschliesslich der Verfolgung von Christen, zu rechnen gewesen wäre. Die Freikirchen wären gegenüber dem NS-Staat loyal aufgetreten und wollten unpolitisch ein. Ihnen sei es allein um die Verkündigung des Evangeliums gegangen.

Untypisches Verhalten in der DDRDr. Imanuel Baumann, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, schilderte das Wirken des baptistischen Laienpredigers Helmut Samjeske in der Etablierungsphase der SED-Diktatur. Dieser sei bereits 1939 wegen seines konfrontativen Verhaltens zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wäre er vom Baptistenbund wegen seiner polemischen Verkündigung gerügt worden. Dennoch habe er im Oktober 1950 eine Evangelisationsreise in Mecklenburg mit 50 Vorträgen durchgeführt. Dabei habe er sich auch gegen die sozialistische Friedenspolitik und den Fortschrittsglauben ausgesprochen und betont: „Wir warten nicht auf Frieden, sondern auf unseren Heiland.“ Zu den einzelnen Veranstaltungen wären bis zu 300 Menschen gekommen. Daraufhin wurde er 1951 wegen „Hetze gegen die DDR“ verhaftet und zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt. Am 28. Mai 1953 verstarb er in der Haft. Baumann betonte, dass das Verhalten von Samjeske untypisch für die Baptisten in der DDR gewesen sei.

Wächteramt der KircheWie ein Christ als zivilgesellschaftlicher Akteur wirken kann, machte Professor Dr. Michael Haspel, Friedrich-Schiller-Universität Jena und Direktor der Evangelischen Akademie Thüringen, am Beispiel des Bürgerrechtlers und baptistischen Pastors Martin Luther King deutlich. Die damalige Bürgerrechtsbewegung in den USA sei geprägt gewesen durch die Akzeptanz der politischen Demokratie, die Hoffnung auf den Rechtsstaat, Mitwirkung von Mitgliedern aus unterschiedlichen Kirchen und Religionen, die theologische und politische Begründung der Bürger- und Menschenrechte sowie die Rolle der Kirche als „Gewissen und Wächteramt“. Das bedeute, dass christliche Nächstenliebe sich auch für Gerechtigkeit in der Gesellschaft einsetzt. Der Glaube zeige sich im Handeln. Die individuelle und die soziale Erlösung könnten nicht voneinander getrennt werden.

Trennmauer zwischen Kirche und Staat in den USAProfessor Dr. Curtis Freeman, Duke University, Durham, North Carolina/USA, ging es um die Trennmauer zwischen Kirche und Staat in den USA. Der Amerika-Immigrant Roger Williams, ein Baptist, verliess England auf der Suche nach Glaubensfreiheit. Er entschied sich, in Providence (Rhode Island) eine Kolonie aufzubauen „als Zuflucht für Menschen mit Gewissenszweifel“. Durch königliche Urkunde von 1663 wurde allen dortigen Bewohnern die Glaubensfreiheit gesichert. Der 1791 verabschiedete 1. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten verbietet dem Kongress, Gesetze zu verabschieden, welche die Redefreiheit, Religionsfreiheit, Pressefreiheit, Versammlungsfreiheit oder das Petitionsrecht einschränken. Ausserdem verbietet der Artikel die Einführung einer Staatsreligion und die Bevorzugung oder Benachteiligung einzelner Religionen durch Bundesgesetz. Das gilt auch für die einzelnen Bundesstaaten. Diese Trennmauer stosse laut Freemann heute bei konservativen Baptisten und anderen Evangelikalen in den USA auf Protest, wenn Oberste Gerichte beispielsweise Gebete, Bibellesungen und andere religiöse Aktivitäten in öffentlichen Schulen als Verstösse gegen die Entstaatlichungsklausel interpretierten. Die Kritiker würden dem Gericht dann oftmals vorwerfen, die freie Glaubensausübung zu unterdrücken.

„Hinkende Trennung“ zwischen Kirche und Staat in DeutschlandDer Jurist Dr. Harald Mueller, Leiter des Instituts für Religionsfreiheit, Theologische Hochschule der Siebenten-Tags-Adventisten in Friedensau bei Magdeburg, befasste sich mit dem Thema „Staat, Kirchen und Freikirchen in der Bundesrepublik Deutschland“. Er stellte fest, dass in Deutschland das Verhältnis zwischen Staat und Religionsgemeinschaften bis heute von der 1919 durchgeführten „hinkenden Trennung“ zwischen Staat und Kirche geprägt sei.

Internationale Kirche und StaatDr. Peter Vogt, Evangelische Brüder-Unität Herrnhut, stellte mit der Herrnhuter Brüdergemeine das Modell einer internationalen Kirche vor. Die 1722 gegründete Freikirche ist heute mit 1,2 Millionen Mitgliedern und rund 1.600 Gemeinden in über 35 Ländern vertreten, hauptsächlich in Afrika und in der Karibik. Bei dieser grenzüberschreitenden Kirche gehe es nicht mehr um das Verhältnis Kirche und Staat in einem bestimmten Land. Die weltweite Verbundenheit mit den Mitgliedern in anderen Ländern bewirke, dass die Brüder-Unität nicht zu eng mit einem bestimmten Staat verbunden sein wolle.

Polen: eine liberale katholische RepublikDer Baptist Professor Dr. Dr. Tadeusz J. Zieliński, Christliche Theologische Akademie Warschau/Polen, stellte die These auf, dass man derzeit den polnischen Staat als eine liberale katholische Republik bezeichnen könne: katholisch im Hinblick auf die enge Beziehung zur römisch-katholischen Kirche, liberal, weil der Staat den Nichtkatholiken umfangreiche Freiheiten garantiere. Dennoch gebe es eine erhebliche Ungleichbehandlung zwischen den religionsverfassungsrechtlichen Normen und dem tatsächlichen Verhalten staatlicher Institutionen. Dadurch werde der Grundsatz der religiösen Neutralität des Staates tendenziell unterlaufen. Von den etwa 39 Millionen Polen gehörten etwa 34 Millionen der römisch-katholischen Kirche an. Insgesamt seien 160 Religionsgemeinschaften gesetzlich anerkannt oder registriert. Etwa 300.000 Personen gehörten keiner Religionsgemeinschaft an.

Freikirchlicher ZwischenrufZum Schluss der Tagung gab es noch einen „freikirchlichen Zwischenruf“ von Pastor Peter Jörgensen, Beauftragter der Vereinigung Evangelischer Freikirchen am Sitz der Bundesregierung. Er stellte die Frage, in welcher Gesellschaft die Mitglieder der Freikirchen leben wollten: In einer offenen, pluralistischen Gesellschaft, welche die Religionsfreiheit garantiert oder in einer geschlossenen Gesellschaft, in der sich der Staat mit einer bestimmten Religion identifiziert? Beim letzteren Modell bestehe die Gefahr, dass Minderheiten ausgegrenzt würden. Doch Religionen seien nicht gedacht, um zu regieren, so Jörgensen. Dennoch sollten Religionsgemeinschaften nicht nur den einzelnen Mitgliedern guttun, sondern auch der Gesellschaft.

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