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Adventisten beim Gipfeltreffen zur Religionsfreiheit der US-Regierung

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Vom 24. bis 27. Juli fand auf Einladung des US-Aussenministeriums in Washington, D.C. das erste Gipfeltreffen dieser Art zur Religionsfreiheit statt. Es brachte Regierungsbeamte aus rund 80 Staaten sowie eine internationale Gruppe von religiösen Führern und Nichtregierungsorganisationen zusammen. Eingeladen waren auch zwei Adventisten. Während den drei Tagen hörten die Teilnehmenden aus erster Hand Berichte über religiöse Verfolgung und suchten nach Wegen zur Förderung der Religionsfreiheit als grundlegendes Menschenrecht, wie Adventist News Network (ANN) schreibt.

Die Veranstaltung wurde von Mike Pompeo, US-Aussenminister, moderiert. «Millionen von Menschen aller Glaubensrichtungen leiden jeden Tag unter religiöser Verfolgung», sagte Mike Pompeo, und dies, obwohl die Religionsfreiheit - wie sie in Artikel 18 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte zum Ausdruck komme - im Völkerrecht verankert sei. Der Vizepräsident der Vereinigten Staaten, Mike Pence, wandte sich ebenfalls an die Konferenz und sagte, dass «tragischerweise 83 Prozent der Weltbevölkerung in Ländern leben, in denen die Religionsfreiheit entweder bedroht oder sogar verboten ist».

Sam Brownback, US-Botschafter für internationale Religionsfreiheit, erklärte am Eröffnungstag des Ministertreffens warum die Vereinigten Staaten der Religionsfreiheit Priorität einräumen: «Der Mangel an Religionsfreiheit ist überall eine Bedrohung für Frieden, Wohlstand und Stabilität», sagte er. «Das Recht auf Religionsfreiheit und die Möglichkeit, dem eigenen Gewissen zu folgen, ist in der Welt bedroht. Das muss sich ändern.»

Dr. Ganoune Diop, Direktor der Abteilung für Aussenbeziehungen und Religionsfreiheit (Public Affairs and Religious Liberty PARL) der adventistischen Weltkirche, und Dwayne Leslie, stellvertretender PARL-Direktor für legislative Angelegenheiten, nahmen im Namen der Kirche die Einladung des US-Aussenministeriums zur Teilnahme an. Sie versuchten, die adventistische Perspektive auf die aktuellen Herausforderungen zur Religionsfreiheit einzubringen.

«Adventisten glauben, dass die Gewissensfreiheit - das Recht zu glauben oder nicht zu glauben - ein Geschenk Gottes an jeden Menschen ist, und es ist ein Recht, das über nationale oder politische Interessen hinausgeht», erklärte Diop. Die Kirche begrüsse jede Initiative, die das Bewusstsein für die Herausforderungen im Zusammenhang mit der Religionsfreiheit schärfe und die Menschen rund um das Thema zusammenbringe, so Diop.

Brennpunkte der Verfolgung und persönliche SchicksaleDie Redner der Veranstaltung hoben Brennpunkte der Verfolgung in der ganzen Welt hervor: die tödliche Verfolgung von Christen in Nigeria, die harte Vorgehensweise von Rohingya-Muslimen in Myanmar, die Gewalt gegen Jesiden im Irak.

Andere Redner gaben persönliche Zeugnisse über die verheerenden Auswirkungen religiöser Verfolgung. Jacqueline Furnari, Tochter des in der Türkei inhaftierten christlichen Pastors Andrew Brunson, sprach laut ANN «bewegend über die Notlage ihres Vaters und seinen unerschütterlichen Glauben». Pastor Brunson ist seit Oktober 2016 in Haft und wird wegen Beihilfe zu einem Staatsstreich angeklagt, eine Anschuldigung, die er bestreitet.

Jamie Powell, die Frau des inhaftierten chinesischen Missionars John Cao beschrieb die nachlassende Gesundheit ihres Mannes seit seiner Verhaftung im Jahr 2017. Cao verbüsst eine siebenjährige Haftstrafe in China, nachdem er im Grenzgebiet zwischen Myanmar und China festgehalten wurde, wo er beim Bau christlicher Schulen half.

Laut Dwayne Leslie, einem der beiden adventistischen Vertreter, zielte das Ministertreffen zur Förderung der Religionsfreiheit darauf ab, die Teilnehmenden zu motivieren, sich den Herausforderungen der Religionsfreiheit wirksamer zu stellen. Die Breakout-Sitzungen während der dreitägigen Veranstaltung hätten die Möglichkeit geboten, Ideen und Erfahrungen auszutauschen und wertvolle Beziehungen aufzubauen.

«Dieses Ministertreffen war bemerkenswert, nicht nur, weil es ein breites Spektrum von Menschen, Regierungen und Organisationen zusammenbrachte, um sich mit der Religionsfreiheit zu beschäftigen», sagte Leslie, «es war wichtig, weil es die Absicht der Vereinigten Staaten signalisiert, sich langfristig mit diesem Thema zu befassen und mit anderen zusammenzuarbeiten, um weltweit zu handeln.»

Erklärung und AktionsplanEin am letzten Tag der Veranstaltung herausgegebenes Dokument - die «Potomac-Erklärung» - umfasst eine Reihe von Erklärungen, darunter die Aussage, dass «jede Person das Recht hat, irgendeinen Glauben oder gar keinen Glauben zu haben sowie die Freiheit hat, den Glauben zu ändern».

Ausserdem wurde ein Aktionsplan veröffentlicht, in dem konkrete Massnahmen beschrieben werden, welche Staaten zum Schutz von Minderheiten gefährdeter Religionen und als Reaktion auf Verletzungen der Religionsfreiheit ergreifen können.

Seit mehr als 100 Jahren arbeiten die Siebenten-Tags-Adventisten mit verschiedenen Organisationen und Regierungen zusammen, um die Religionsfreiheit zu verteidigen und zu fördern. «Wir arbeiten mit anderen zusammen, soweit unsere Werte und Ziele übereinstimmen. Dieser Ansatz ist ausschlaggebend für unsere Teilnahme an diesem Gipfel der Religionsfreiheit und anderen Foren», sagte Diop.

Die «Potomac-Erklärung» («Potomac Declaration» - auf Englisch): https://www.state.gov/j/drl/irf/religiousfreedom/284554.htm[1]

Der «Potomac-Aktionsplan» («Potomac Plan of Action” – auf Englisch):https://www.state.gov/documents/organization/284812.pdf[2]

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