Adventgemeinde Lahr

Steit im Bibelkundeunterricht

Die massive Grippewelle infolge der langandauernden Kälte dieses Winters bewirkte, dass ich gerufen wurde, unsere erkrankte Lehrerin im Bibelkundeunterricht zu vertreten. Unsere Lehrerin informierte mich über Inhalt und Verlauf ihrer letzten Stunde. Die Schüler der dritten und vierten Klasse hatten jeder ein Fragment einer biblischen Landkarte zu malen und bunt anzumalen, und diese Fragmente sollten jetzt in meiner Stunde zusammengesetzt werden zu einem großen Wandposter. Den Bibelkundeunterricht begannen wir mit einer Gebetsgemeinschaft und dem Studium der Geburt Jesu. Und dann kam es zu der Aufgabe mit der Landkarte. Bis auf einen Schüler holten alle ihr Fragment der Landkarte hervor und begannen es auszuschneiden, damit es ins Poster eingesetzt werden kann.

Ich fragte ganz unbedarft den einen Schüler: „Karl, hast du deine Landkarte vergessen?“ Er Antwortete: „Nein, der Emil hat meins.“ Also fragte ich den Emil (die Namen sind verändert!). Der antwortete: „Nein, das ist meins, Karl hat es mir gegeben!“  „Das ist nicht wahr!“, schrie Karl... Und augenblicklich entbrannte ein handfester Streit. Ich betete im Stillen: ‚Lieber Gott; Hilfe! Was soll ich jetzt machen?’

Und Gott antwortete sofort mit der Inspiration einer guten Idee. Ich griff in den Disput ein: „Halt“, sagte ich „bitte hört auf zu streiten, das hilft uns jetzt nicht weiter. Euch ist ein Missverständnis unterlaufen, und durch Streiten kommt das Teil nicht herzu. Lasst uns darüber nachdenken, wie wir das Problem lösen können; wir brauchen jetzt noch das fehlende Teil. Bitte macht Vorschläge, wie wir dazu kommen können.“ Karl zuckte mit den Achseln. Daraufhin fragte ich Emil, ob er einen Lösungsvorschlag hätte und er antwortete: „Dann müssen wir das noch malen.“ Und nun meldete sich Karl: „Okey, das können wir miteinander tun.“ Mit Glücksgefühlen im Herzen betete ich im Stillen: „Lieber Gott, danke“. Und tatsächlich haben die beiden einträchtig begonnen, das fehlende Landkartenteil zu erstellen.