Adventgemeinde Lahr

Adventistische Schulen in Gefahr!

350 Jahre nach der Reformation Martin Luthers (1517) schrieb eine Frau, die den Anspruch erhob, von Gott Weisung bekommen zu haben:

Die Protestanten der Vereinigten Staaten werden die ersten sein, die ihre Hände über den Abgrund ausstrecken, um die Hand des Spiritismus zu erfassen; sie werden über die Kluft  hinüberreichen zum Handschlag mit der römischen Macht, und unter dem Einfluss dieser dreifachen Verbindung wird jenes Land den Fußtapfen Roms folgen und  die Gewissensrechte mit Füßen treten“(Der große Kampf zwischen Licht und Finsternis von E.G.,White, S.589)

Wer das las, lachte und sagte: „Völlig unmöglich. Das wird niemals eintreten!“
500 Jahre nach der Reformation (2017), werden die ökumenischen Bemühungen so weit fortge-schritten sein, dass von der Reformation nicht mehr viel übrig ist. Und manch einer fragt sich: „Wie konnte das möglich sein?“! Dies ist aber keine unbeantwortbare Frage.

Dass die Pilgerväter*) ihre Heimat und ihre Existenzgrundlage aufgaben, um in Amerika ihre Glaubensüberzeugung von der Kirche unbehindert ausleben zu können, bezeugt,

wie wichtig ihnen der biblische Glaube an die Erlösung durch Jesus Christus war. Besonderen Wert legten sie auf die Bildung ihrer Kinder und unterrichteten sie in ihren eigenen Schulen. Damit haben sie – so sollte man glauben – alle Voraussetzungen erfüllt, um den biblischen Glauben dauerhaft rein zu erhalten. Kam ein Unbekannter in ihre Kirche oder Schule, haben sie seine Ansichten und Lehren sorgfältig geprüft; und wenn die nicht mit dem biblischen Lehrgut über-einstimmten, wurde dieser Person jegliche weitere Lehrtätigkeit untersagt (typisch protestanti-sches Verhalten!). Dennoch ist es ihnen nicht gelungen, sich dauerhaft „von der Welt unbefleckt zu erhalten“. Warum nicht?  Lies weiter:

 

Ignatius Loyola*) & Co machte es nicht wie die Protestanten. Kam zu ihm jemand  mit anderen Ansichten (ein Protestant), hat er ihn nicht vor die Tür gesetzt, sondern zu sich eingeladen, hat ihm ein hochqualitatives Studium mit Rang und Namen und Titeln angeboten und hat ihn danach als guten Freund wieder in sein protestantisches Umfeld entsandt.

Johannes Sturm*) Ist dafür ein markantes Beispiel welche weittragende Wirkung dieses Verhalten hat. Da er sich für einen Protestanten ausgab, blickten die Nachfolger Luthers mit Wohlwollen auf ihn und sein gesamtes Erziehungssystem. Sturm wurde so berühmt, dass sein Schulsystem als Modell sich nicht nur für ganz Deutschland, sondern auch nach England und Amerika ausweitete.
Loyola und Sturm waren keine Anstrengung zu viel, keine Investition zu groß, um in das Erziehungs-system zu stecken. Denn sie wussten, dass der Verlust der Kirche durch die Reformation nur über den Weg der Erziehung wieder zurück gewonnen werden könne.

Die Puritaner (Pilgerväter) waren sehr darauf bedacht, dass  ihre Lehre biblisch und frei von kirchlichen Traditionen ist. Jedoch versäumten sie ihr Erziehungssystem ebenfalls von den traditionellen (kirchlichen) Elementen zu säubern. Dieses verhängnisvolle Versäumnis öffnete das Hintertürchen für die griechisch-philosophische Bildungsmethode, wie sie die katholische Kirche übernommen hat und praktiziert. Warum ist das so eminent wichtig?

Gemäß der  griechischen Philosophie berücksichtigt das traditionelle Erziehungssystem nicht, dass der Mensch nach Gottes Schöpfungsplan eine unzertrennliche Einheit aus Körper, Psyche und Geist  ist. Es ordnet den Körper (Muskelarbeit) und die Psyche(Gefühle) dem Geist (Verstand) unter; mit der Auswirkung, dass die Geisteswissenschaften bis zur Göttlichkeit erhoben werden und die verbleibenden Lebensbereiche vernachlässigt bleiben.

Aus Gottes Wort geht aber unübersehbar deutlich hervor, dass Erlösung untrennbar mit Charakterbildung zu tun hat: Die Wiederherstellung des durch die Sünde verloren gegangenen Ebenbildes Gottes. (Kol.3,5-10; Eph.5,1-9).

Wird diese göttliche Gnadengabe im Erziehungssystem außer Acht gelassen, ist der Rest schlichtweg ungeistlich; sei sein Ursprung griechisch, katholisch, evangelisch oder noch etwas anderes – es macht keinen Unterschied mehr. Folgendes Zitat wird es belegen.

Grundlage und Ziel wahrer Erziehung

Meist fassen wir den Begriff Erziehung und alles, was damit zusammenhängt, viel zu eng. Dabei bedarf die Erziehung eines umfassenden Konzepts, weil sie ein hohes Ziel anstrebt. Erziehung, die diesen Namen wirklich verdient, will und kann weit mehr vermitteln als nur fachliches Wissen. Sie erschöpft sich auch nicht darin, junge Menschen auf die vielfältigen Anforderungen des Lebens vorzubereiten. Sie zielt vielmehr auf die gesamte Persönlichkeit des Menschen – und zwar im Blick auf sein irdisches Leben hier und das künftige in Gottes Reich. Sie gibt sich auch nicht mit pädagogischen Teilaspekten zufrieden, sondern will eine harmonische Entwicklung der körperlichen, geistigen und geistlichen Fähigkeiten insgesamt bewirken. Der Mensch soll zwar tüchtig werden für die Aufgaben in dieser Welt, aber darüber darf nicht vergessen werden, dass Erziehung ein Ziel hat, das über das Diesseits hinausgeht. Sie soll schon hier und jetzt Wegbereiter sein für das künftige Leben in Gottes neuer Welt.

Im Wort Gottes wird klar definiert, aus welcher Quelle wahre Erziehung schöpft: „In ihm [Christus] ist alles, was es an Weisheit und Erkenntnis Gottes geben kann.“ (Kolosser 2,3). Oder an anderer Stelle: „Bei Gott ist wirklich Weisheit, Rat und Einsicht.“ (Hiob 12,13) E.G.White, in E. 11

Worin lag also die Ursache des schleichenden Abfalls des Protestantismus? Antwort: Die unvollständige Inanspruchnahme göttlicher Gnadengaben; sprich: Kompromisse!

Nur wer mit den weltlichen Traditionen restlos bricht und sein Leben vollständig nach den biblischen Vorgaben ausrichtet, kann ein wahrer Nachfolger Jesu sein. Doch diese radikale und kompromisslose Haltung trifft man so selten an - auch unter bekennenden Christen - dass sie als extrem bzw. fanatisch betrachtet und als weltfremd  abgestempelt wird, ohne zu hinterfragen, welche Inhalte und Auswirkungen solch  ein Lebensstil hat. Diese Kompromisse – gewollt oder ungewollt – führten dazu, dass der Protestantismus seinen Auftrag, die Dreiengelbotschaft der Welt zu verkündigen, nicht mehr erfüllen konnte. So musste Gott 1844 die Adventisten ins Leben rufen und mit dieser Aufgabe betrauen. Würden sie die Dreiengelsbotschaft treu verkündigen oder sind sie zum gleichen Schicksal verurteilt wie die Protestanten?

Was hat das mit der Gefährdung adventistischer Schulen zu tun? Der Spruch Salomos, des weisesten Menschen, verhilft uns dabei zur Antwort. Er stellte fest:

„Was geschehen ist, eben das wird hernach sein. Was man getan hat, eben das tut man hernach wieder, und es geschieht nichts Neues unter der Sonne“. Pred 1,9

Und der Apostel Paulus drückte es (gekürzt) so aus:

„Das aber widerfuhr  ihnen, uns als Beispiel und zur Warnung!1.Kor.10,11

Wie Recht Salomo mit seinem Spruch hat, dass sich die Dinge wiederholen, beweist folgende Begebenheit. John Dunphy war die ‚zweite Auflage’ von J. Sturm: ein einflussreicher aktiver Humanist, der Mitte des 20.Jh. seine ganze Kraft dafür einsetzte, das Christentum durch Humanismus zu ersetzen. Wie viel Erfolg er mit seinen Bestrebungen hat, liegt nicht zuletzt an der Wachsamkeit der Adventisten. Denn sein Angriff ist letztendlich gegen uns gerichtet, weil die anderen christlichen Institutionen bereits säkularisiert sind. Wollen wir vor einer Wiederholung der protestantischen Erfahrung sicher sein, müssen wir Salomo, Paulus – Gottes Wort –  ernst nehmen. Hier ein denkenswertes Zitat von ihm: 

Das Humanistische Magazin“ veröffentlichte den Essay von John Dunphy  Jan./Feb.1983 “Eine Religion für ein neues Zeitalter“ – in englisch, im Internet nachzulesen.  

Hier folgt ein Artikel von  John Dunphy, veröffentlicht im Secular Humanist Bulletin 1994:

„Dunphy schlägt erneut zu“

Ich bin überzeugt, dass die Schlacht um die Zukunft der Menschheit in den Klassenzimmern öffentlicher Schulen von Lehrern geschlagen werden muss, die ihre Rolle als die Proselytenmacher*) eines neuen Glaubens richtig begreifen: eine Religion des Menschseins, die den Funken dessen erkennt, was Theologen in jedem menschlichen Wesen als Göttlichkeit erkennen. Dort müssen die Lehrer dieselbe selbstlose Hingabe zum Ausdruck bringen wie ein äußerst fanatischer fundamentalistischer Prediger, denn sie werden Prediger einer anderen Art sein, die einen Klassenraum statt einer Kanzel benutzen, um humanistische Werte rüberzubringen, welches Fach sie auch unterrichten mögen, ungeachtet der Bildungsebene -- Vorschule, Tagesschule oder große, staatliche Universität. Das Klassenzimmer muss und wird zu einem Kampfplatz zwischen dem Alten und Neuen werden - wo der Leichnam des verwestem Christentums gemeinsam mit all seinen Nebenübeln und seinem Elend verrottet und der neue Glaube des Humanismus, strahlend in seiner Verheißung einer neuen Welt, das im Christentum nie realisierte Ziel 'liebe deinen Nächsten' endlich erreichen wird.

Wie reagiere ich (Dunphy) auf die Fundamentalisten, die der Aufsatz erzürnt? Ich antworte: „Der Humanismus wird gewinnen!“

Dieser Artikel muss jeden ernsten Adventisten aufrütteln: Das ist der Trend und das erklärte Ziel der ‚Neuen Religion’, die den Eindruck erweckt zu siegen, weil sie so human ist! „Der verweste Leichnam des Christentums mit all seinen Nebenübeln und seinem Elend verrottet“. Erinnern wir uns: Was war die Ursache für den Abfall des reformierten Christentum? Der Humanismus, Loyola, Sturm und Co!

Was ist neu an der neuen Religion? Sie gebraucht nur Begriffe der Bibel: Gott, Glaube, Erlösung, Mission, und vor allem Liebe usw. Das klingt so gläubig, so vertraut. Aber sie füllt die Begriffe mit anderen Inhalten. Gott ist der liebevolle Opa, der aus lauter Güte alles für uns tut, uns aber sonst in Ruhe zu lassen hat. Glaube ist von all seinen Nebenübeln befreit, wie Schuld, Wahrheit, Reue, Gehorsam. Jesus hat uns so lieb, dass er all unsere Sünden vergibt, auch ohne Reue, Buße und Vergebung. Erlöst wird jeder, er braucht nur seinen Namen in den Mund nehmen (auch wenn es missbräuchlich ist). Mission ist, zu sagen: ‚ich bin Christ’. Und lieb haben tun wir uns, wenn jeder jeden in seiner Meinung lässt, ihn akzeptiert, wie er ist und nicht versucht, ihn von der echten biblischen Wahrheit zu überzeugen. Missionserfolg ist, wenn möglichst alle Menschen diesem automatisierten Glauben zustimmen, der jedes Individuum einen Gott für sich sein lässt. Dabei ist dieser neue, humane Glaube so radikal, dass er jeden verteufelt, ja am liebsten vernichtet der ihn nicht annimmt.

Und diese heimliche, aber unheimliche Verfälschung des biblischen Glaubens, auch New Ages genannt,  mit all seinen Wirkungen und Nebenwirkungen*) wird in den Klassenzimmern aller öffentlichen Schulen den Kindern eingepflanzt!

Adventisten! Lasst euch nicht beirren! Gott hat seine Gemeinde nicht in die Welt integriert, sondern aus ihr herausgerufen: „Wäret ihr von der Welt, so hätte die Welt das Ihre lieb. Weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt erwählt habe, darum hasst euch die Welt“ Joh 15,19; (Joh 8,23)

Wenn unser Erziehungssystem nicht anders ist, nicht konsequent biblisch, dann hat die STA in dieser Welt nichts verloren! Dann ist jeder Euro zu schade, dafür verwendet, oder deutlicher noch: verschwendet zu werden. Wenn wir aber unsere Berufung wahrnehmen, Gott vertrauen und gehorchen, dann werden wir mit dem Segen Gottes rechnen können. Dann werden auch unsere Schüler nicht weltsüchtig, auch nicht weltflüchtig sondern welttüchtig!

*) Pilgerväter (Puritaner) werden die ersten englischen Siedler in Neuengland bezeichnet. Sie segelten 1620 auf der Mayflower über den Atlantik und gründeten die Kolonie Plymouth im heutigen Massachusetts.

*) Ignatius Loyola (1491-1556) kath. Priester, Gründer des Jesuitenordens, führender Planer der Gegenreformation

*) Johannes Sturm (1507–1589) gehörte zu den prominentesten ev. Schulmännern und Vordenkern eines christlichen Humanismus. In der freien Reichsstadt Straßburg hat er 1538 ein Gymnasium gegründet, das nach seinem Leitbild der „gebildeten und beredten Frömmigkeit“ ausgestaltet wurde und in den südwestdeutschen Raum, aber auch weit darüber hinaus bis nach Polen, Rumänien und Amerika ausstrahlte.

*) Zu Nebenwirkungen des Neuen Glaubens der Humanisten: Lies die Meldungen in den Tageszeitungen

*)Proselytenmacherei: „aufdringliche Werbung für einen Glauben oder Anschauung“   lt. DUDEN